Erster August auf Aserbaidschanisch

Die Idee, dass wir den Schweizer Nationalfeiertag mit unseren Nachbarn feiern könnten, entstand bereits im März als unsere Nachbarn für das Frühlingsfest Novruz ein grosses Feuer in unserem Innenhof organisierten. Damals kamen wir darauf zu sprechen, dass wir in der Schweiz am Nationalfeiertag auch die Tradition von grossen Feuern haben. Der Nachbar meinte damals halb im Ernst, halb im Scherz, dass wenn wir ein 1. August Fest planen, er gerne mithelfe. Ende Juli sprachen wir ihn nochmals darauf an und er bekräftigte, ein Feiertag sei ein Feiertag, egal woher dieser komme. Er unterstütze uns gerne.

Wie wir Schweizer so sind, machten wir uns gleich an die Arbeit. Wir backten Zopf und Kuchen. Auch eine Schweizer-Flagge musste noch her. Diese konnten wir aber in unserer Stadt nirgendwo besorgen. Deshalb gingen wir kurzerhand mit dem Stoff und den Massen zum nächsten Schneider. Das Resultat lässt sich sehen.

Unser aserbaidschanischer Nachbar hingegen, ging das Planen ein bisschen ruhiger an. Obwohl am Abend das Fest starten sollte, war um 17 Uhr von ihm noch nichts zu sehen. Seine Tochter meinte, er sei noch am Schlafen. Nachdem sie ihn für uns aufgeweckt hatte, ging alles sehr schnell. Er involvierte sogleich die anderen Nachbarn und in eineinhalb Stunden war das ganze Fest in vollem Gange. Einer der Nachbarn war für das Feuer zuständig, andere steuerten Tische und Stühle dazu, aus einem anderen Haus wurden Salate herbeigetragen und die Kinder trugen Geschirr in den Vorhof. Die Männer, wie das in der aserbaidschanischen Kultur so üblich ist, waren für die Präparation und das Grillieren des Schaffleisches zuständig.

Schliesslich beteiligten sich fünf Familien am Fest. Nach dem leckeren Essen spielten die Kinder verschiedene Brettspiele. Die Erwachsenen philosophierten unter anderem über die Bedeutungen unserer Flaggen. Zu unserem Erstaunen wurden wir während dem ganzen Abend von allen Seiten zu unserem Feiertag beglückwünscht. Es war eine gemütliche und urchige Feier.