„The Land of Fire“ sounds spectacular – and it is! But why does Azerbaijan bear this fiery nickname?
There are many different myths, legends and other assumptions as to why the country is called that.
Today, the flame, which is „alov“ in Azerbaijani, is the symbol of the country. In the capital, there are three Flame Towers, architecturally designed to resemble flames. At night, they are illuminated in shades of red, orange, and yellow.
In the center of the national emblem blazes a large red flame, formed from the Persian word for „Allah“.
And about 30 minutes outside of Baku lies Yanar Dağ: the burning mountain. According to some sources, this natural gas flame has been burning for 4,000 years.
In the south of the country, the Yanar Bulaq fountain bubbles forth. This is no ordinary fountain: If you light a lighter over it, a flame appears directly above the flowing water. The water, however, remains cool and drinkable.
The name “Azerbaijan” may originally have come from a man named Atropates, who ruled in the region of present-day northern Iran in the 4th century BC. His name comes from an ancient Iranian language and roughly translates to “protected by the sacred fire”.
Over many centuries, the name of the country has changed: first to Āturpātākān, then to Ādharbādhagān, later to Āzarbāydjānal and finally to the present word Azerbaijan.
In modern Persian, the name can be translated as „Treasure of Fire“ or „Land of Fire“.
Then there is a third reason: Zoroastrianism. Zoroastrianism is one of the oldest religions. It was founded about 3000 years ago in Persia (present-day Iran). Fire is central to it. It symbolizes purity, truth, and light.
Thus, the area in present-day Azerbaijan became an important Zoroastrian center due to the many natural gas flames. Several temples were built, and as early as the 10th century, there were various Zoroastrian communities near Baku. Even today, you can visit the famous Atheshgah Fire Temple in Baku.
You see: whether through myths, Zoroastrianism or Atropates, Azerbaijan rightly bears the name „the land of fire“.
„Land des Feuers“ klingt spektakulär – und genauso ist es! Aber warum trägt Aserbaidschan diesen feurigen Beinamen?
Es gibt viele verschiedene Mythen, Sagen und andere Vermutungen, warum das Land so genannt wird.
So ist heute die Flamme, was auf aserbaidschanisch „alov“ bedeutet, das Symbol des Landes. In der Hauptstadt gibt es die 3 Flammentürme, die architektonisch wie Flammen gebaut wurden. In der Nacht werden sie mit Rot-, Orange- und Gelbtönen beleuchtet.
In der Mitte des Landesemblems lodert eine grosse rote Flamme, die aus dem persischen Wort für „Allah“ geformt ist.
Und etwa 30 Minuten ausserhalb von Baku liegt der Yanar Dağ: der brennende Berg. Nach gewissen Quellen soll diese Erdgasflamme schon seit 4’000 Jahren brennen.
Im Süden des Landes sprudelt der Yanar Bulaq Brunnen. Dies ist kein normaler Brunnen: Zündest du darüber ein Feuerzeug an, gibt es eine Flamme direkt über dem ausquellenden Wasser. Das Wasser ist aber weiterhin kühl und trinkbar.
Der Name «Aserbaidschan» könnte ursprünglich auch von einem Mann namens Atropates stammen, der im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Region des heutigen Nordirans regierte. Sein Name stammt aus einer alten iranischen Sprache und bedeutet ungefähr „geschützt durch das heilige Feuer“.
Über viele Jahrhunderte hat sich der Name des Landes verändert: zuerst zu Āturpātākān, dann zu Ādharbādhagān, später zu Āzarbāydjānal und schliesslich zu dem heutigen Wort Aserbaidschan.
Im modernen Persisch kann man den Namen als „Schatz des Feuers“ oder „Land des Feuers“ übersetzen.
Dann gibt es noch einen dritten Grund: Der Zoroastrismus. Der Zoroastrismus ist eine der ältesten Religionen. Sie wurde vor etwa 3000 Jahren in Persien (dem heutigen Iran) gegründet. Im Mittelpunkt steht das Feuer. Es symbolisiert Reinheit, Wahrheit und das Licht.
So wurde das Gebiet im heutigen Aserbaidschan wegen den vielen natürlichen Erdgasflammen zu einem wichtigen zoroastrischen Zentrum. Es wurden mehrere Tempel gebaut und es gab schon im 10 Jh. verschiedene zoroastrische Gemeinschaften in der Nähe von Baku. Auch heute noch kannst du den berühmten Atheshgah Feuertempel in Baku besuchen.
Du siehst: egal ob durch Mythen, dem Zoroastrismus oder Atropates, Aserbaidschan trägt den Namen „das Land des Feuers“ zurecht.
A local friend had her husband deliver a beautiful white duck to me. There it sat, its feet tied, resting tamely in the basket of my bicycle in front of our house. „What now?“ I thought to myself.
It was a good thing that I had already arranged for some help in advance. I had asked another local friend from the village to assist me in preparing this feast. However, she made it clear from the start that, in her family, only the men slaughter animals.
OK, who could we call on short notice for this task? Since we share our yard with an elderly man, we asked if he could assist us. Grinning, he retrieved a knife from his house, quickly sharpened it with a stone, then, with a skillful move, placed the duck between his feet, grabbed it by the wings, and began cutting.
My children watched closely what was happening. Once the feet stopped moving, we placed the lifeless body in a hot water bath before bringing it into the house. There, the delicate task began—plucking the feathers and cleaning out the innards.
How grateful I was for the experienced hands of my friend, so it didn’t take too long until the raw duck was in the pan.
Next came the typical meat filling that is only found here in the south of Azerbaijan: Lavengi, a walnut and onion mixture that is first ground in a meat grinder and then mixed and seasoned.
We stuffed the duck with it and cooked the remaining mixture alongside the meat as a sauce. Soon a delicious smell of meat filled the house. With it we served local rice called plov as a traditional side dish.
One thing was a must: we also brought a full plate to our private butcher. He was amazed that we had prepared one of his favorite dishes that morning. A few days later, when he returned home from the bazaar, he surprised our children with nuts, fruit, and chocolate. A perfect example of life here—a constant give and take.
Eine lokale Freundin liess mir durch ihren Mann eine schöne, weisse Ente überbringen. Da sass sie nun an den Füssen gefesselt, zahm im Korb meines Fahrrades vor unserem Haus. «Was nun?», dachte ich innerlich.
Nur gut, dass ich mir im Voraus bereits Unterstützung besorgt hatte. Eine andere lokale Freundin aus dem Dorf hatte ich gebeten, mir bei der Zubereitung dieses Festmahls zu helfen. Allerdings meinte sie gleich zu beginn, dass in ihrer Familie ausschliesslich die Männer Tiere schlachten. Ok, wen könnten wir so spontan für diese Aufgabe rufen? Da wir unseren Innenhof mit einem älteren Herrn teilen, fragten wir ihn, ob er Hand anlegen könnte. Mit einem schelmischen Lächeln auf dem Gesicht holte er sein Messer aus dem Haus, das er noch schnell am Stein schleifte, legte die Ente mit einem gekonnten Griff zwischen die Füsse, packte sie an den Flügeln und dann erfolgte der tödliche Schnitt.
Fasziniert beobachteten meine Kinder den Vorgang. Nachdem die Füsse aufgehört hatten zu zucken, legten wir den leblosen Körper ins heisse Wasserbad und brachten ihn ins Haus. Dort begann die knifflige Fingerarbeit, das Zupfen der Federn und Säubern der Innereien.
Wie dankbar war ich für die erfahrenen Hände meiner Freundin, sodass es nicht allzu lange dauerte bis der rohe Braten in der Pfanne lag.
Nun folgte noch die typische Fleischfüllung, die es so nur hier im Süden Aserbaidschans gibt: Lavengi, eine Baumnuss-Zwiebel-Mischung, die erst im Fleischwolf zermalmt und dann gemischt und gewürzt wird.
Damit stopften wir den Braten aus und die restliche Masse kochte neben dem Fleisch als Sauce mit. Bald hing ein köstlicher Fleischduft in der Luft. Als traditionelle Beilage reichten wir lokalen Reis genannt Plov.
Etwas durfte nicht fehlen: Auch unserem Privatmetzger brachten wir einen gefüllten Teller. Der staunte, dass wir an diesem Morgen eines seiner Lieblingsessen zubereitet hatten. Einige Tage später überreichte er, als er vom Bazar nach Hause kam, unseren Kindern Nüsse, Früchte und Schokolade. Typisch für das Leben hier: Ein Geben und Nehmen.
Seit Kurzem besucht unser ältester Sohn die 1. Klasse in der lokalen Schule. Mit ihm zusammen lernen wir viel Neues über das Schulsystem. Die 26 wichtigsten Erkenntnisse haben wir für euch zusammengefasst:
A wie Anfang des Schuljahres: Dieser ist normalerweise am 15. September. Allerdings fiel dieser Tag dieses Jahr auf einen Sonntag, daher startete die Schule am Montag, 16. September 2024.
B wie Blumenstrauss: Viele Familien beschenken die Lehrperson zum Schulbeginn mit Blumen.
C wie clevere Kinder: Denjenigen Kindern, die gut mitgemacht haben im Unterricht, klebt die Lehrperson am Ende des Schulmorgens oft einen Stern-Sticker auf die Handoberfläche.
D wie Direktor: Unsere Schule wird von einer Direktorin geführt. Sie hat die neuen 1. Klässler mit einer feierlichen Willkommenszeremonie, bei der die ganze Schule, Eltern und Interessierte anwesend waren, begrüsst.
E wie Elternversammlung: Diese findet tagsüber statt, oftmals am Samstag, daher auch Elternversammlung und nicht Elternabend.
F wie freie Schulwahl: Wir durften die Schule selber wählen und taten dies ganz pragmatisch: Die Schule, die zu Fuss am besten erreichbar ist.
G wie Gedicht: Zu allen Jahreszeiten und besonderen Anlässen werden die Kinder beauftragt, zu Hause ein Gedicht auswendig zu lernen und anschliessend vor der Klasse vorzutragen.
H wie Hausaufgaben: Ja, Hausaufgaben werden auch erteilt.
I wie i oder ı? In der Aserbaidschanischen Sprache gibt es ein İ/i und ein I/ı. Das İ mit dem Punkt wird wie das Deutsche i ausgesprochen und das I ohne Punkt mehr hinten im Hals.
J wie Jahresplanung: Alle offiziellen Feiertage und schulfreien Tage sind im Hausaufgabenheft bereits vor Schulbeginn abgedruckt. Der Stundenplan der einzelnen Klassen wird jedoch erst in der ersten Schulwoche von Tag zu Tag erstellt 🙂
K wie Klassenzimmer:
L wie Lehrmittel: Die Schulhefter müssen die Eltern einkaufen. Unsere Lehrerin verschickte aus diesem Grund im Klassenchat Fotos der Hefter, mit denen sie arbeiten wird. Wir durften dann selbst ausfindig machen, in welchem Laden sie verkauft werden. Nachdem wir fünf Orte abgeklappert und noch immer nicht fündig geworden sind, fragten wir bei der Lehrerin nach. Sie teilte uns dann den Namen des Verkäufers auf dem Bazar mit bei dem wir die Hefter finden werden. Das war in der Tat sehr hilfreich!
M wie Müəllimə (sprich Müällimä): Das bedeutet Lehrerin und so wird sie auch angeprochen: «Hallo Lehrerin» (ohne Vor- oder Nachnamen).
N wie Nationalhymne: Diese wird regelmässig abgespielt und der Text ist in jedem offiziellen Schulbuch auf der ersten Seite abgedruckt.
O wie ordentlich auf dem Stuhl sitzen: Oberkörper gerade, Blick zur Wandtafel gerichtet und die Arme überkreuzt vor der Brust auf dem Tisch.
P wie Pause: In den Pausen, die im Klassenzimmer stattfinden, dürfen die Kinder umhergehen und ihre mitgebrachten Snacks essen.
Q wie Quartal: Das erste Quartal dauert bis zum 8. November. Dann finden dieses Jahr zwei Wochen Herbstferien statt.
R wie Rucksack: Den Rucksack platziert jedes Kind auf seinem Stuhl und setzt sich auf der vorderen Stuhlkante hin. Kulturell wichtig zu wissen ist, dass Rucksäcke und Taschen in Aserbaidschan nie auf den nackten Boden gestellt werden. Dieser gilt als schmutzig.
S wie Schuljahr: Ein Schuljahr dauert normalerweise vom 15. September bis zum 14. Juni.
T wie Tür: In der 1. Klasse werden die Kinder von einer erwachsenen Bezugsperson bis zur Schulzimmertür gebracht und auch dort wieder abgeholt.
U wie Uniform: Das Tragen einer Schuluniform ist Pflicht. Auch diese muss von den Eltern gekauft werden. Zusammen mit den Schulheftern, dem Schreibmaterial und dem Schulrucksack ist das für viele Familien in unserer Stadt ein happiger Betrag. So erstaunt es nicht, dass Kreditfirmen anfangs Schuljahr auch für Schulmaterial Kredite vergeben.
Uniformvorschriften für die Knaben
V wie Verbundschrift: Bereits in der 1. Klasse wird die Verbundschrift eingeführt.
W wie w ist weg: Gut zu wissen, dass dieser Buchstabe im Aserbaidschanischen Alphabet nicht existiert.
X wie Xadimä: Das aserbaidschanische X wird wie ein deutsches CH ausgesprochen, also sprich Chadimä. Das sind die treuen Putzfrauen, die im Flur sitzen und aufpassen, dass alles mit geregelten Dingen zu und hergeht und nach dem Unterricht die Zimmer säubern.
Y wie Yes: Englisch ist bereits in der 1. Klasse auf dem Stundenplan.
Z wie Ziel: Für uns als Schweizerfamilie ist das Ziel des lokalen Schulunterrichts in erster Linie, dass unsere Kinder die Aserbaidschanische Sprache lernen und lokale Freunde finden dürfen. Nebenbei unterrichten wir sie mit Fernschulmaterial zu Hause in Deutsch und Mathematik. Und sehr Vieles lernen sie ja sowieso ausserhalb des Schulzimmers.